Brücke zwischen zwei Klangkörpern
Bereits 2010 wurde bei Treffen von Mitgliedern des Big Sound Orchestra und Kantor Rainer Marbach überlegt, ob und in welcher Form eine Zusammenarbeit zwischen der Evangelischen Kantorei Rheinfelden und der Bigband möglich sei. Bisher gab es keine nennenswerte Literatur für die Besetzung Chor und Bigband.
So entstand die Idee einer — auf beide Ensembles zugeschnittenen — Neukomposition. Das Vorhaben stieß bei David Grottschreiber auf große Resonanz. Eine Messe für Chor und Jazzorchester zu schreiben, stellte für den jungen Komponisten eine besondere Herausforderung dar und spiegelt gleichzeitig seine musikalische Herkunft wider.
Grottschreiber wuchs in einem äusserst musikalischen Elternhaus auf — sein Vater war Kirchenmusiker. So war es insbesondere die europäische Sakralmusik, die in seinen ersten Jahren eine zentrale Rolle spielte und als Hörerfahrung tiefe Spuren hinterließ. Später wandte er sich der Jazzmusik zu und sammelte viele Jahre als Posaunist Erfahrungen.
Das Werk
In seiner Messe treffen zwei zentrale musikalische Strömungen aufeinander. Die Tonsprache soll dabei weniger Klischees der jeweiligen Stile vereinen, als vielmehr in einer modernen Klangästhetik resultieren. So gibt es auch Raum für improvisierte Passagen, welche stimmig in das Gesamtwerk eingebettet sind.
Als Ausgangspunkt für die Messe in lateinischer Sprache dient das Ordinarium mit Kyrie, Gloria, Sanctus und Agnus Dei. Nach wie vor stellt ein Werk in diesem Rahmen und für diese Besetzung eine Seltenheit dar.

Big Sound Orchestra und Evangelische Kantorei Rheinfelden · Uraufführung 2013
